Queergestreift

– das queere Filmfestival am Bodensee feiert 35 Jahre!

Vom 28.09. bis 09.10. 2022 zeigt das Zebra Kino in Konstanz queere Filme. Die ersten Filme des vielfältigen Filmprogrammes sind bereits bestätigt. Neben unserer traditionellen Queerparty und dem zum zweiten Mal stattfindenden Queerslam liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Thema Musik. Neben einer eigens erstellten Auswahl von Musikclips als Spiegel der queeren Kulturgeschichte sowie ausgewählten Musikdokus haben wir zusätzlich ein queeres Konzert im Contrast organisiert.

Hard facts:
Festival: 28.09. – 09.10.2022 im Zebra Kino Konstanz
Eröffnungsslam: Mittwoch, 28. September 2022; KULA; 20 Uhr
Queerparty: Samstag, 1. Oktober 2022; KULA; 23 Uhr
Queerkonzert: Freitag, 7. Oktober 2022; Contrast; 23 Uhr

Der Vorverkauf startet voraussichtlich Ende August: um euch die Wartezeit zu verkürzen gibt es limitierte Festivalpässe zum Jubiläumspreis von 35 Euro! Anmeldung nur via Mail an team@queergestreift.com .

Wir haben uns bereits sicher für vier phantastische Filme entschieden, die wir zur 35. Ausgabe des Queergestreift Festivals spielen möchten.

Mit Swan Song (2021) wird das neue Filmdrama von Todd Stephens gezeigt, in dem Udo Kier – basierend auf einem realen Charakter – einen ehemaliger Friseur und Travestiekünstler verkörpert, der aus seinem grauen Alltag im Altenheim herausgerissen wird, als er das Angebot bekommt, eine ehemalige Bekannte für deren Bestattung zu frisieren und zu schminken.
Das afrofuturistische Musical Neptune Frost (2021) begleitet Matalusa auf seiner Flucht aus Burundi in einem aus recycelten Computerteilen bestehendes Dorf, in dem er auf die intersexuelle Hackerin Neptune trifft.
The Shiny Shrimps Strike Back (2022) ist die Fortsetzung der Komödie Die glitzernden Garnelen, der schon bei der Festivalausgabe von 2020 als Auftakt zur bisher letzten Queerparty zu sehen war. Das schwule Wasserballteam landet auf dem Weg zu einer Meisterschaft in Tokio aus Versehen in Russland. Dieser ist auch der Eröffnungsfilm des Festivals und wird direkt vor der großen Queerparty im Kulturladen gezeigt. Das bedeudet. dass das Ticket dafür gleichzeitig als Eintrittskarte ins Kula fungiert.
Des Weiteren zeigen wir Harri Shanahans Dokumentation Rebel Dykes (2021) über die feministische Punk-Bewegung in den 80ern in London. Sie ist einer der Höhepunkte des thematischen Schwerpunktes über die besondere Beziehung von Musik für die queere Szene. Direkt im Anschluss findet im Contrast im Geiste der Doku ein Konzertabend unter dem Motto „Raw Queer Energy“ statt.

Zugesagt hat bereits Sorah, eine Berliner Ausnahmekünstlerin, die in der Hip Hop Szene durch ihre starken Texte mit dem Schwerpunkt vor allem auf Gewalt, Sexismus und strukturelle Ungleichheit sowie dunklen Beats hervorsticht, auftreten. Mit oldschool Hip Hop Vibes und Grimes Einschlägen mischt sie Rap und Gesang auf englisch, französisch und deutsch. Aufgewachsen in Großbritannien und Frankreich sowie mit englischen und algerischen Wurzeln hat sie eine einzigartige multikulturelle Betrachtung auf gesellschaftliche Themen. 2020 hat sie in Kollaboration mit den Berliner Rapper Intare ihr erstes Album Frontlines veröffentlicht. Dieses Jahr soll noch eine EP mit mehr Singles von ihr erscheinen, zum Beispiel ihre aktuelle Single Fighters in Zusammenarbeit mit Spoke.

Queerslam

Eröffnet wird das Festival bereits am Mittwoch, den 28.09.2022 mit einem queeren Poetry-Slam im Kulturladen Konstanz. Dieser findet in Kooperation mit der Instanz des Konstanzer Slamgeschehens Marvin Suckut statt. Vier weitreisende Slammer*innen stehen bereits fest:

Sven Hensel

Sven Hensel

Wie schon 2020 ist der wunderbare Sven Hensel aus Bochum der Host für diesen Abend. Der Homolobby-propagandagendergagaist, Spoken Word Artist, Slam Master sowie -Poet und eines der umtriebigsten Jungtalente der letzten Jahre ist mit seiner langjährigen und mehrfach ausgezeichneten Erfahrung und einigen Buchveröffentlichungen eine wahrlich perfekte Besetzung.

Christian Ritter

Christian Ritter

aus Berlin, ein alter Hase auf dem Gebiet des Poetry Slams, ist ein wahrer Zugewinn für die Slam-Bühne. Er ist schon seit Beginn des Jahrtausends aktiv und hat bereits zahlreiche (satirische) Kurz-geschichten veröffentlicht. Queeren Poetry Slam hat er durch die Etablierung des Queer Slam Berlin unterstützt und gefördert.

Tonia Krupinski

Tonia Krupinski

aus Tübingen kam zufällig auf eine Poetry Slam Bühne. Zum Glück – denn seit dem begeistert sie die Zuhörer mit ihrer sehr bildhaften Sprache.

Rumo Wehrli

Rumo Wehrli

aus Winterthur ist ein junger Pendler*in und Schauspieler*in. Dass er sich „zu viele“ Gedanken macht haben wir es zu verdanken, dass diese in seinen anregenden Texten landen. Außerdem ist er Mitbegründer*in und im Vorstand des Netzwerks TINte, also sehr engagiert in der queeren Szene.

Carro Göbel

Carro Göbel

Zu sehr guter Letzt ist da noch Carro Göbel aus Heidelberg. Chaos mit System ist ihr Motto. Ihre bemerkenswerte Beobachtungsgabe und Wortgewandtheit machen ihre Auftritte zu einer sehr unterhaltsamen Horizonterweiterung.

Diese fünf Talente werden eine großartige Show abliefern und damit das Queergestreift Festival auf gebührende Weise eröffnen.

Queere Slammer*innen vom Bodensee dürfen sich gerne noch bei uns (team@queergestreift.com) oder direkt bei Marvin Suckut (marvinsuckut@gmx.de) melden!

Hintergrund zum Festival
Seit 35 Jahren gibt es queeres Kino am Bodensee. Organisiert und kuratiert wird das Festival von einem sich stetig wandelnden Team aus ehrenamtlichen Menschen der Szene.
Im Zebra Kino Konstanz wird eine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilmen (insgesamt etwa 26 queere Filme) gezeigt, begleitet von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, bestehend aus Diskussionen und Filmgesprächen mit internationalen Gästen aus den Bereichen Film, Aktivismus und Wissenschaft, die uns digital zugeschaltet sind.
Strukturelle und normative Macht zeigt sich in Leerstellen. Diese möchte das Festival füllen. Mit Filmen, die sich frei außerhalb der heterosexuellen Normalität/Normativität bewegen, die diese in Frage stellen und die Raum schaffen für Geschichten und Kämpfe, die das Queere, das sexuell und gesellschaftlich Andere, Abweichende, Abnorme in den Fokus nehmen. Filme, die restriktive Definitionen von Sexualität und Geschlecht aufbrechen, anregen und hinterfragen. Aus verschiedenen Perspektiven, aus unterschiedlichen Ländern, dokumentarisch oder fiktiv, lang oder kurz.
Das Queergestreift Filmfestival möchte Machtverhältnisse und Diskriminierungen, aber auch das Bunte, das Lebendige und das bahnbrechend Kreative sichtbar machen. Dabei soll es eine selbstbewusste Entgegnung sein, die alte und neue – kontinuierliche – Widerstände zeigt, Vielfalt feiert und gesellschaftliche Verhältnisse in Bewegung bringt.
Freut euch auf viele spannende, traurige, anregende, interessante, kritische, quirlige, humorvolle und sexy queere Filmstreifen!
Auch sonst schwirren uns noch viele tolle Ideen im Kopf herum. Damit diese auch umgesetzt werden können, freuen wir uns auch noch über Unterstützung vor oder während des Festivals!

Hintergrund zum Zebra Kino

Das Zebra Kino besteht aus einem gemeinnützigen Verein lauter ehrenamtlich arbeitender Filmenthusiast*innen. Sie lieben gutes Kino! Aus Begeisterung für gute Filme stellen 20 junge und alte Cineast*innen Woche für Woche ein spannendes Kinoprogramm zusammen und dafür nicht nur hinter der Theke, sondern auch am Projektor. Und dabei läuft die gesamte Arbeit im Zebra Kino basisdemokratisch und auf ehrenamtlicher Basis ab. Seit über 30 Jahren.
Als kommunales Kino steht das Programm unter dem Motto “Andere Filme anders zeigen.” Das heißt, dass hier nicht nur die ehrenamtliche Arbeit, sondern auch das Kinoprogramm selbst ein bisschen anders abläuft als in kommerziellen Kinos. Das Zebra spielt nicht einfach die aktuellen Starts der Woche ab, sondern kuratiert das Programm nach inhaltlichen Kriterien. Es ist in verschiedenen Reihen und Schwerpunkten organisiert und wird jeweils für einen Monat im Voraus geplant. Eine programmatische Bandbreite abseits der klassischen Schubladen ist für das Zebra wichtig.
Wie alle anderen Entscheidungen im Zebra wird das Programm auf unseren wöchentlichen Sitzungen basisdemokratisch bestimmt. Das Zebra steht allen engagierten Filmfans offen. Wem bei gutem Kino das Herz aufgeht ist jederzeit herzlich eingeladen, mitzumachen.