Grußwort der Staatsministerin für Kultur und Medien,
Claudia Roth MdB

Die filmische Sichtbarkeit queerer Lebensweisen ist wichtig – deshalb fördert BKM den Verband der unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland, QueerScope, und damit auch das Queergestreift Filmfestival als Teil dieser Kooperation.
Bereits zum 35. Mal dürfen Sie sich in Konstanz auf ein wortwörtlich vielfältiges Filmprogramm und zahlreiche Veranstaltungen zum queeren Film freuen. Darauf können Sie stolz sein!

Vor allem aber feiert das Queergestreift Filmfestival mit seinem Programm eins: guten Film – für eine diversere Leinwand, eine Leinwand jenseits von Geschlechterstereotypen und -klischees, die so vielfältig, queer und bunt ist wie das Leben selbst.

Ich danke dem engagierten Festivalteam und wünsche allen Besuchern und Besucherinnen neue inspirierende Filmerlebnisse.

Zwischen Liebe und Hass, Lust und Gewalt, Selbstbewusstsein und Scham: QueerScope zeigt unzählige Geschichten, die das Leben für lesbische, schwule bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen schreiben kann. Dieses sich selbst sehen zu können ist dabei fundamental für das eigene Coming-out und Empowerment, beides Voraussetzung für das Ringen um gesellschaftliche Akzeptanz, Freiheit und Selbstbestimmung.

Als unverzichtbare Orte des Zusammenkommens ermöglichen und schärfen die unabhängigen queeren Filmfestivals auch politisches Bewusstsein. Denn das private ist nach wie vor hochpolitisch! Mein herzlicher Dank gilt dem großartigen ehrenamtlichen Engagement von QueerScope. Ich wünsche allen Besucher*innen aufregende Filme, spannende Einblicke und begeisternde Geschichten.

Grußwort des Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt,
Sven Lehmann MdB

 

Liebe Festivalbesucher:innen,

es gibt in der momentan leider sehr düsteren Zeit zumindest zwischendurch auch großen Grund zu feiern: bereits zum 35. Mal findet unser queeres Filmfestival statt und ist damit eines der ältesten deutschland- und weltweit. Das Jubiläums-Programm möchte wieder festgefahrene Denkmuster aufbrechen und in Bewegung bringen sowie dem erfrischend Unvertrauten neuen Raum geben.

So wird die schwule RomCom BROS bereits einen Monat nach der Weltpremiere in Toronto als Centerpiece zu sehen sein. Universal liefert unter der Regie von Nicholas Stoller den ersten Film eines großen Hollywood-Studios, der nicht nur von einem schwulen Mann geschrieben und als Hauptdarsteller (Billy Eichner) angeführt wird, sondern dessen gesamte Hauptbesetzung aus LGBTQIA+-Darsteller:innen besteht. Nicht weniger exklusiv ist die Vorstellung unseres belgischen Abschlussfilmes CLOSE von Lukas Dhont (GIRL) über die zwei dreizehnjährigen besten Freunde Léo und Rémi, der dieses Jahr eines der Highlights in Cannes war.

Mit SWAN SONG zeigen wir als Eröffnungsfilm das neue Filmdrama von Todd Stephens über einen ehemaligen Friseur und Travestiekünstler (Udo Kier). Unser zweites Centerpiece, die hinreißende schwedische Tragikomödie SO DAMN EASY GOING, gewann 2022 den QueerScope-Debütfilmpreis und wird einen Tag nach der Preisverleihung und Deutschlandpremiere in Konstanz gezeigt werden.

Weitere Highlights sind der diesjährige Berlinale-Eröffnungsfilm PETER VON KANT, eine Fassbinder-Hommage von Francois Ozon, die moderne Romea und Julia – Geschichte BESTIES, die deutsche Produktion LADYBITCH (inkl. Regiebesuch von Marina Prados und Paula Knüpling), sowie das afrofuturistische Musical NEPTUNE FROST und die Love-Dramedy ANAIS IN LOVE in einer Matinee-Vorstellung (inkl. Frühstück). Und: THE SHINY SHRIMPS STRIKE BACK auf unserer Leinwand! Sie bilden wie bereits 2020 den Auftakt zur großen Festivalparty im Kula.

Die Pandemie hat neben der Film- auch der Musikszene und dem queeren Clubbing hart zugesetzt. Deshalb möchten wir unsere Solidarität bekunden und mithelfen, die Dinge wieder in Bewegung und in den Fluss zu bringen. Wir haben einen musikalischen Schwerpunkt mit der Doku INVISIBLE und der Veranstaltung QUEER SOUNDS gebildet, bei der wir mit Radiomoderator/Podcaster Julian Wenzel (BR-Plus) einen bunten Mix aus alten und neuen queeren Musikvideos präsentieren. Außerdem: Harri Shanahans Dokumentation REBEL DYKES über die feministische Punk-Bewegung in den 80ern in London, zu der wir direkt im Anschluss im Contrast im Geiste der Doku einen Konzertabend unter dem Motto „Raw Queer Energy“ organsiert haben.

Eröffnet wird das Festival in diesem Jahr mit einem Queer Slam im Kula! Nach dem großen Erfolg von 2020 freut es uns besonders, dass Moderator Sven Hensel wieder mit dabei ist und uns durch den Abend mit vier weiteren Slammer:innen führen wird.

Ab dem nächsten Jahr möchten wir das Festival wieder zurück in den Frühling bringen. Markiert euch schonmal dick 14.-23. April 2023 in eurem Terminkalender, wenn voraussichtlich die 36. Ausgabe unseres Festivals stattfinden wird.

Wir freuen uns sehr auf Euren Besuch und die vielen schönen Stunden mit euch!

Euer Queergestreift-Team​