Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

Sonntag, 8. März 2020 – 18:00 Uhr
Deutsche Originalversion mit englischen Untertiteln
inkl. Regiegespräch mit Barbara Wallbraun

In ihrem Regiedebüt zeigt Barbara Wallbraun ein Bild lesbischen Lebens und Liebens in der DDR auf. Anhand von sechs Interviewpartnerinnen wird die Zeitaufnahme einer Generation nachgezeichnet, in welcher eine stolze sexuelle Selbstidentifikation tabu war und gesellschaftlich an den Rand gedrängt wurde. So stand Homosexualität seit 1968, mit der Abschaffung des § 175, zwar nicht mehr unter Strafe, wurde jedoch durch den § 151 ersetzt, der sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen und Minderjährigen gleichen Geschlechts unter Strafe stellte. Zum Vergleich: das Schutzalter für heterosexuelle Handlungen lag bei 16 Jahren. Der Paragraph verkomplizierte die sexuelle Selbstfindung, indem es gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen zwischen Personen im späten Jugend- bzw. frühen Erwachsenenalter kriminalisierte und durch die Stasi verfolgen ließ. Dieser geschichtliche Aspekt, so wie der grundlegende Kampf um identitätspolitische Emanzipation und Autonomie, wird in dieser Dokumentation aufgearbeitet und leistet somit einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der historischen Repräsentation lesbischer Frauen im Sozialistischen Regime der DDR.

Wir freuen uns anlässlich des Internationalen Frauentages Regisseurin Barbara Wallbraun für ein Publikumsgespräch begrüßen zu können. Die Leiterin der Chancengleichheitsstelle der Stadt Konstanz, Julika Funk, wird zudem ein Grußwort an unser Publikum richten.

Lucija Jednakovic

 

 

DEU 2019

LÄNGE: 103 min

REGIE: Barbara Wallbraun

DREHBUCH: Barbara Wallbraun

KAMERA: Anne Misselwitz, Julia Hönemann

MUSIK: Martin Kohlstedt

PRODUKTION: Thomas Jeschner

FSK 12

KONTAKT: déjà-vu film

Barbara Wallbraun

Barbara Wallbraun

Barbara Wallbraun, geboren 1983 im thüringischen Eichsfeld, hat in ihrem Leben schon viele Bereiche ausprobiert, meist darauf bedacht, dass ihr Tun einen Medienbezug hat. Seit ihrem Diplom-Studium der “Kultur- & Medienpädagogik” an der Hochschule Merseburg (FH) produziert sie eigene (dokumentarische) Filmprojekte. Ein Auslandssemester absolvierte sie in Finnland an der „University of Lapland“ in Rovaniemi im Fachbereich „Media Culture“.

Seit über 15 Jahren arbeitet sie überregional als freiberufliche Film- und Medienpädagogin und sammelte Erfahrungen als Studioaufnahmeleiterin beim MDR, als Produktionsassistenz einer Leipziger Produktionsfirma oder als Setrunnerin bei div. Filmproduktionen. Außerdem arbeitet sie als Referentin u.a. zu den Themen “Lesben im Visier der Staatssicherheit” und „Wie ein Dokumentarfilm entsteht“ – bei Interesse schreibt gern eine Mail.

Ehrenamtlich war sie Initiatorin und Organisatorin des Leipziger Kurzfilmwanderkinos “Mauerstreifen” (2005-2013) und dem queeren Leipziger Filmfestival “Paranoid Paradise #2” (2011). Außerdem ist sie Mitbegründerin des „Netzwerk Medienpädagogik Sachsen“.