Rafiki

Abschlussfilm
Mittwoch,
27.03.19 – 21:00 Uhr
Englisch-swahelische Originalversion mit deutschen Untertiteln
inkl. Closing Party in der Kantine

„Rafiki“ bedeutet „Freund/Freundin“ auf Kisuaheli, der meist gesprochenen Sprache Ostafrikas.
Kena und Ziki leben in Kenia, sind gute Freundinnen und schon bald entwickeln sie Gefühle füreinander. Jedoch verbietet das Gesetz ihrer Heimat gleichgeschlechtliche Beziehungen und so finden sich die beiden schon bald in einem Kampf um ihr Glück unter großem Risiko ihrer Sicherheit wieder. Ihre Liebe wird als Kritik an der Regierung verstanden, aus welcher der gesellschaftliche Ausschluss resultiert. Die kenianische Frau hat sich demnach diesem Willen zu fügen. Trotzdem schließen Kena und Ziki einen Pakt: Sie wollen nie so sein, wie alle anderen, sondern echt.
Repräsentativ für eine sich nach Freiheit sehnende Jugend setzen die beiden Mädchen ein Zeichen gegen veraltete Gesellschaftsstrukturen mit seinen engen Grenzen, und proklamieren die Hoffnung auf neue Chancen und eine gerechtere Zukunft.

Regisseurin Wanuri Kahiu schafft mit Rafiki einen Meilenstein in der schwer zu klassifizierenden afrikanischen Filmwelt. Auffällig bunt, poppig und modern zeigt sie Kenia auf dem Weg der progressiven Entwicklungen gegen den von Kirche und Staat auferlegten gesellschaftlichen Druck. Nicht nur feministisch, sondern auch höchst politisch und gesellschafts- sowie kolonialkritisch positioniert sich Kahiu hier.

Ein Film voller Emotionen, gefeiert auf dem Festival in Cannes, doch verboten im eigenen Land wegen „propagandistischer“ Darstellung von Homosexualität. Rafiki hat zu Recht für viel Furore gesorgt und das Aufführungsverbot unterstreicht Kenias Missstände nur noch deutlicher. Am Ende ist Rafiki jedoch vor allem eines: eine unglaubliche Liebesgeschichte und eine Erinnerung an das Menschliche, den Individualismus und das rücksichtslose Gefühl von Liebe.

Anna-Marie Kübler

 

Anschließend folgt ab 23 Uhr unsere Closing Party mit dem queer-feministischen Dj*ane-Kollektiv Always Ultra in der Kantine

 

ZAF/KEN/FRA/NLD/DEU 2018

LÄNGE: 92 min

REGIE: Wanuri Kahiu

DREHBUCH: Wanuri Kahiu, Jenna Cato Bass & Monica Arac de Nyeko

KAMERA: Christopher Wessels

MUSIK: Harald Ansorge

PRODUKTION: Steven Markovitz

MIT: Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Dennis Musyoka, u.a.

FILM-FSK 12

KONTAKT: Edition Salzgeber

Wanuri Kahiu

Wanuri Kahiu

Wanuri Kahiu (geboren in Nairobi, Kenya) ist Filmdirektorin, Produzentin und Autorin. Schon mit 16 Jahren entschied sie sich Filmemacherin zu werden. Sie studierte Management an der Universität Warwick und absolvierte einen Master in Produktion/ Direktion an der University of California, Los Angeles’s School of Theatre, Film and Television. Ihr bekanntester Film From a Wisper (2009) wurde an den 5th Africa Movie Academy Awards fünfmal ausgezeichnet.