Paris 04:27 Uhr. Im Darkroom eines Sex-Clubs in Paris treffen die Körper von Theo (Geoffrey Couët) und Hugo (François Nambot) aufeinander. Wie magisch voneinander angezogen versinken die beiden jungen Männer in den Blicken und der Begierde des jeweils anderen, erkunden einander und scheinen alles um sie herum zu vergessen. Die gemeinsam erlebte Leichtigkeit ihrer sexuellen Begegnung treibt die beiden kurz darauf durch die leeren Straßen des nächtlichen Paris. Die Intensität, die Tiefe, die zuvor zwischen ihren nackten Körpern fühlbar war, wird so jedoch in den folgenden anderthalb Stunden nicht noch einmal entstehen. Im Gegenteil, Theo und Hugo führen banale Gespräche nach dem Motto „Und was machst du so?“, während sie auf Leihfahrrädern ziellos durch die Straßen fahren. Bis zu dem Moment, an dem die Realität sie schlagartig einholt: Ihnen fällt auf, dass sie ungeschützt Sex hatten. Da einer der beiden HIV-positiv ist, sitzen sie nun ungeahnt plötzlich „im selben Boot“. Was folgt, sind unangenehme Gespräche mit medizinischem Personal in einer Notaufnahme, wo sie sich testen lassen und die benötigte Behandlung beginnen. Die Unsicherheit über ihren Zustand und über ihre Beziehung zueinander steht den beiden ins Gesicht geschrieben. Mit meisterlichem Feingefühl werden in diesem in Echtzeit gefilmten Drama von Olivier Ducastel und Jacques Martineau zwei junge Männer in Szene gesetzt, die in tiefe Verunsicherung fallen und dabei dennoch die Nähe des anderen suchen.

Paris 05:59 Uhr. Der Morgen graut. Wäre da nicht die große, dunkle Wolke des todernsten Themas über den Köpfen von Theo und Hugo, man könnte meinen, man begleite einfach zwei junge, sympathische Männer bei einem romantischen Spaziergang durch Paris. Laternenbeleuchtete kopfsteingepflasterte Straßen und der Canal du Saint-Martin bieten die perfekte Kulisse, um sich unsterblich ineinander zu verlieben…

Wir zeigen Theo & Hugo in Kooperation mit dem CSD Konstanz e.V.

(Rezension von Kate Gößmann)

 

 

FRA 2016; 97 Min.; R.: Olivier Ducastel & Jacques Martineau; mit: Geoffrey Couët, François Nambot, Mario Fanfani u.a.

Französische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK 16

Spieltermine: Fr., 31.03.17, 23:00 Uhr

Karten können hier via Formular reserviert werden.

In Kooperation mit dem CSD Konstanz

 

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