Erwachsenwerden ist nicht leicht. Vor allem aber dann nicht, wenn man als Sohn einer mittellosen Familie in Kubas Hauptstadt Havanna aufwächst, eine Frau und ein Kind zu versorgen hat, sich prostituiert um Geld zu verdienen, homosexuell ist, sich in den besten Freund verliebt und selbst fast noch Kind ist. So lässt sich das Leben des Protagonisten Rey beschreiben.

Einzig das gemeinsame Fußballspielen mit seinem Freund Yosvani stellt für ihn eine mögliche Ablenkung und Flucht aus der täglichen Misere dar. Als Rey schließlich den Spanier Juan kennenlernt, hofft seine Schwiegermutter zum seinem Widerwillen, dass Juan ihn mit nach Spanien nimmt und dort heiratet, da somit die finanzielle Lage der gesamten kubanischen Familie gesichert wäre. Die Überwindung der finanziellen Probleme scheint ebenso unmöglich wie eine Beziehung zwischen den beiden Freunden.

Die einfühlsam dargestellten Einzelschicksale zweier junger Männer, die mit bestimmten Männlichkeitsvorstellungen sozialisiert wurden, verraten viel über die aktuelle Situation homosexueller Männer auf Kuba. Diese hat sich in den letzten Jahren gebessert, so dass politische Verfolgungen nicht mehr an der Tagesordnung sind. Vor allem seitdem sich Fidel Castro für seine früheren  Homosexuellen gegenüber feindlich gesinnten Aussagen entschuldigt hat und sich die Tochter des Commandate Raul Castro, Mariella Castro, für die Gleichstellung aller sexuellen Orientierungen einsetzt. Dass die gesellschaftliche Akzeptanz allerdings ein Prozess ist, der sich nicht von heute auf Morgen ändert, wird in dem vielfach ausgezeichneten Film deutlich.

Sa, 05.04. 20:00

Mo, 07.04. 22:15

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