Heute zeigen wir zwei Wiederholungen:

Joshua Tree, 1951 [OV] (20:00)

Englische Originalfassung ohne Untertitel

James Dean filmisch ein Denkmal zu setzen ist sicherlich kein leichtes Unterfangen – Jimmy als bisexueller junger Schauspieler, das ist beinahe schon Größenwahn, möchte man meinen. Weit gefehlt, denn dass Joshua Tree, 1951 funktioniert, liegt nicht nur an der leichten Führung der Geschichte, die immer etwas zu schweben scheint, sondern auch daran, dass der Film das Gefühl einer vergangenen Zeit trifft, mit der Musik, der Optik und dieser eigentümlichen Mischung aus Nostalgie und Erotik – als würde man sich in einen Geist verlieben, und wer könnte diesem Geist schon widerstehen…

 

We were here (22:15)

„Es war in dieser Zeit nichts Ungewöhnliches daran, geliebte Menschen zu verlieren“. Mit diesem Statement von Ed, ehemaligem Shanti-Buddy und Überlebenden der AIDS-Krise in San Francisco, beginnt David Weissmans Dokumentation über die Jahre 1976 bis 1997 in der „gayest city of the world“.

Weissman porträtiert vier Männer und eine Frau, deren Geschichten ein komplexes Bild der Krise zeichnen, und was heute für viele heute bestenfalls ein Stück Historie ist, wird wieder lebendig. Grausam lebendig. Bis 1997 starben allein in San Francisco 15.584 Menschen, die große Mehrheit davon schwule Männer, an der Seuche, die gerade in den Anfangsjahren die schwule Community in Panik versetzte – aber auch eine große Solidarität mobilisierte. Lesben spenden Blut für ihre schwulen Freunde, Hilfsorganisationen wie das „Shanti-Project“ kümmern sich um Erkrankte, die keine Freunde oder Angehörigen haben, Tausende Einzelpersonen engagieren sich.

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